06.09.2018

Gut besuchte Bammel-Tagung in der Senioren-Residenz – Berichte, Zeitzeugeninterviews und Diskussionen

Am 6. September wurden die Ergebnisse der Forschungsarbeit rund um das Wirken Pastor Erich Bammels und die Gründungsgeschichte des Diakonisches Werk Wolfsburg e.V. im Rahmen einer Tagung in der Senioren-Residenz Hasselbachtal vorgestellt.

Prof. Dr. Johannes Eurich, Direktor des Diakoniewissenschaftlichen Instituts Heidelberg, skizzierte das Forschungsprojekt zu Beginn der gut besuchten Veranstaltung. Er sprach von Erich Bammel als einer tatkräftigen und faszinierenden Persönlichkeit, die in Wolfsburg auch wegen Bammels Rolle in der Zeit des “Dritten Reichs“ kontrovers diskutiert worden sei. „Warum verteidigte Pastor Bammel einen Arzt, unter dessen Verantwortung mehr als 300 Kinder in dem von den Nazis eingerichteten Zwangsarbeiterlager umgekommen waren?“, lautete eine seiner Ausgangsfragen für die Aufarbeitung. Instituts-Mitarbeiter Sebastian Hohensee führte aus, was sich durch Quellen eindeutig belegen ließ, unter anderem, dass Bammel eben kein Mitglied des Eisenacher „Instituts zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“ gewesen ist. Dies hatte ein Wikipedia-Eintrag fälschlicherweise nahegelegt. Das Heidelberger Institut hat eine Korrektur veranlasst.

Bammels Haltung zu dem von einem britischen Militärgericht später zum Tode verurteilten Dr. Körbel war auch Thema der Zeitzeugeninterviews mit Wolfgang Bammel, Neffe Erich Bammels, und Marianne Hofer. Ihr Vater hatte zusammen mit Bammel versucht, Körbel vor der Todesstrafe zu bewahren. In einer Podiumsdiskussion  wurden zusammen mit dem Publikum  weitere Aspekte der Wirkungsgeschichte Bammels beleuchtet.


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